Erfolgreiche Eisenabnahme beim Pferd – so gelingt die Umstellung gesund und nachhaltig

Erfolgreiche Eisenabnahme beim Pferd – so gelingt die Umstellung gesund und nachhaltig

Die Eisenabnahme und damit Umstellung auf Barhuf beim Pferd ist ein Thema, das immer mehr Pferdebesitzer beschäftigt. Ob aus gesundheitlichen Gründen, für mehr Natürlichkeit oder zur langfristigen Förderung der Hufgesundheit – der Wechsel vom beschlagenen zum Barhuf-Pferd will gut geplant sein. In diesem Beitrag erfährst du, wann eine Eisenabnahme sinnvoll ist, wie du dein Pferd optimal unterstützt und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.

Warum Eisenabnahme beim Pferd sinnvoll ist

Hufeisen werden häufig aus Tradition oder Bequemlichkeit genutzt. Dabei ist ein Beschlag in den meisten Fällen gar nicht nötig. Der Barhuf bietet viele Vorteile fürs Pferd:

  • Verbesserte Durchblutung des Hufes
  • Natürliche Hufmechanik bleibt erhalten
  • Bessere Hufqualität und Hornwachstum
  • Geringeres Risiko für Eisenverlust oder Nageltritte
  • Langfristig meist weniger Hufprobleme

Gerade bei Pferden mit Strahlfäule, brüchigen Hufen, Hufrehe oder Fehlstellungen kann die Eisenabnahme ein wichtiger Schritt zu besserer Hufgesundheit sein. Zudem lohnt sich ein Vergleich der Kosten.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Eisenabnahme

Nicht jedes Pferd kann von heute auf morgen barhuf laufen. Eine erfolgreiche Umstellung hängt von mehreren Faktoren ab:

  1. Fachgerechte Hufbearbeitung

Bereits die Abnahme der vorhandenen Hufeisen sollte schonend vonstattengehen. Zieht man die Eisen samt Nägeln am Stück herunter, riskiert man starke Materialverluste im Wandhorn. Für die Übergangszeit nach der Eisenabnahme benötigt man jedoch möglichst viel Horn, damit das Pferd genug Material für den zu erwartenden Abrieb zur Verfügung hat. Aus dem gleichen Grund ist es ratsam darauf zu achten, am frisch vom Eisen befreiten Barhuf zunächst nur zurückhaltend zu arbeiten.

2. Passendes Haltungs- und Bewegungsmanagement

Tägliche Bewegung ist essenziell. Dennoch sollte die Besitzerin genau beobachten, wie das Pferd in der ersten Zeit nach der Abnahme läuft. Kommt es mit fortschreitender Zeit zu vermehrter Fühligkeit, ist es ratsam, das Pferd für die Übergangszeit mit Hufschuhen oder Kunststoffklebebeschlägen zu unterstützen. Wenige Intervalle sind hier oft ausreichend.

Unterschiedliche Untergründe fördern die Anpassung. So ist der Wechsel zwischen weicheren Untergründen, auf denen das Pferd seinen Hufen ´eine Pause gönnen kann´, und anspruchsvolleren Bodenbeschaffenheiten wie Beton oder Kies, die benötigte Reize auf die Hufe ausüben, sinnvoll.

3. Geduld und Vertrauen

Die Umstellung von Eisen auf Barhuf kostet etwas Zeit. Zeit, die sich langfristig als Investition für die Gesunderhaltung des Pferdes lohnt. Man darf nicht unterschätzen, welche körperlichen Veränderungen das neuerliche Barhufgehen mit sich bringt. Allein das wiedergewonnene Gefühl in den Tastorganen macht für das Pferd in der Wahrnehmung seiner Umwelt einen Unterschied.

Unsere Huforthopäd:innen betreuen Pferde während der Umstellungsphase engmaschig und beraten euch. Häufig gilt in den ersten Monaten, kürzere Intervalle wahrzunehmen um eine kleinschrittige und somit schonende Korrektur vorzunehmen. Je besser mit dem vorhandenen Horn und den individuellen Bedürfnissen der Hufe gearbeitet wird, umso schneller ist die Umstellungsphase erfolgreich überstanden.

Der richtige Zeitpunkt für die Eisenabnahme

Der beste Zeitpunkt für die Eisenabnahme beim Pferd ist nicht pauschal festzulegen. Bewährt haben sich häufig:

  • im Frühjahr oder Sommer,
  • bei moderatem Trainingspensum,
  • wenn keine Turniersaison ansteht.

So hat der Huf genügend Zeit, sich an die neue Situation anzupassen.

Unterstützende Maßnahmen nach der Eisenabnahme

Hufschuhe als Unterstützung

Hufschuhe können als Übergangslösung eine bewährte Hilfe sein, um dein Pferd während der Umstellungsphase zu entlasten – besonders auf harten oder steinigen Böden. Ebenso können geklebte Kunststoff´eisen´eine gute Alternative zum Schuh sein.

Optimierte Fütterung

Die Hufqualität hängt auch stark von der Ernährung ab. Jedes Pferd sollte stets Raufutter in ausreichender Menge zur Verfügung haben. Eine angepasste Mineralisierung ist ebenfalls empfehlenswert. Eine blinde Zufütterung von für Hufwachstum oder Hornqualität angepriesenen Zusatzfuttermitteln ist aber nie pauschal ratsam. Besser ist eine Beratung durch Fütterungsexperten, die den genauen Bedarf ermitteln und empfehlen können.

Geduld und Beobachtung

Eine vollständige Umstellung kann 6–12 Monate dauern. Leichte Fühligkeit ist anfangs normal, sollte sich aber stetig verbessern. Ebenso sind Ausbrüche in der ersten Zeit kein Grund zur Sorge – die Hufwand ist allein durch die noch vorhandenen Nagellöcher geschwächt. Zudem ist die Hornqualität auf Hufeisen stark vermindert.

Fazit: Barhufumstellung beim Pferd – ein Gewinn für die Hufgesundheit.

Die Eisenabnahme beim Pferd kann langfristig zu gesünderen, belastbareren Hufen führen – vorausgesetzt, sie wird gut vorbereitet und fachlich begleitet. Mit dem richtigen Management, Geduld und Know-how profitieren viele Pferde enorm vom Barhufgehen.

Unsere Kolleg:innen mit fundierter Huforthopädie-Ausbildung begleiten Euch und Euer Pferd hier individuell.

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