29 Jan. Strahlfäule beim Pferd: Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung
Strahlfäule beim Pferd ist eine der häufigsten Huferkrankungen und betrifft Pferde aller Rassen und Altersklassen. Sie entsteht meist schleichend, kann unbehandelt jedoch zu Schmerzen, Lahmheit und langfristigen Hufproblemen führen. In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige über Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung von Strahlfäule.
Was ist Strahlfäule beim Pferd?
Strahlfäule ist eine bakterielle Erkrankung des Hufstrahls. Besonders anaerobe Bakterien, sogenannte Fusobakterien, vermehren sich in feuchten, schmutzigen und sauerstoffarmen Bedingungen. Diese Bedingungen können leicht in zu tiefen mittleren und seitlichen Strahlfurchen entstehen.
Ursachen von Strahlfäule
Die häufigsten Ursachen für Strahlfäule beim Pferd sind meist Kombinationen aus mehreren Komponenten. Die jedoch wichtigste und häufigste ist die zu seltene oder/und unzureichende Hufbearbeitung. Vor allem unphysiologische Hufzustände können infolge der mechanischen Dysbalance u.a. die Strahllederhaut reizen und somit für eine Vertiefung der Strahlfurchen sorgen. Die wiederum sind der perfekte Ort für die Vermehrung anaerober Bakterien, weil nachwachsendes und unzureichend entferntes Strahlhorn dort schnell für Taschenbildung sorgt.
Verstärkt wird dieses Problem durch nasse oder matschige Böden, unsaubere Boxen und Paddocks sowie Bewegungsmangel. Ja, auch mangelnde Bewegung kann die Entstehung von Strahlfäule begünstigen. Der Reiz, den die am Huf befindlichen Lederhäute zur Hornproduktion benötigen, hängt auch direkt mit der Hufdurchblutung zusammen. Die Hornproduktion wird bei schlechter Durchblutung eingeschränkt und das Horn anfälliger für Bakterienfraß.
Stehen Pferde z.B. im Winter ständig im tiefen Schlamm oder auf nicht abgemisteten Paddocks, öffnen diese anaeroben Bedingungen den Fusobakterien (die im Übrigen in der natürlichen Magen-Darm-Flora des Pferdes vorkommen und damit immer den Weg nach ´draußen´ finden) Tür und Tor zur Nischenbesiedelung an den Hufen. Aus dem Grund bietet auch eine mangelhafte Boxenhygiene den Bakterien beste Voraussetzungen.
Strahlfäule ist also fast immer ein Haltungs- und Managementproblem, kein genetischer Defekt oder winterlicher Normalzustand.
Symptome: So erkennst du Strahlfäule frühzeitig
Typische Symptome der Strahlfäule beim Pferd sind weiches oder bröseliges Strahlhorn, ein starker, fauliger Geruch, tiefe Risse oder Löcher im Strahl, Schmerzreaktion beim Auskratzen und sogar Lahmheit bei fortgeschrittenem Befall.
Je eher die Strahlfäule erkannt wird, desto schneller kann der Huf regenerieren.
Strahlfäule beim Pferd behandeln
Eine erfolgreiche Behandlung der Strahlfäule basiert auf Konsequenz und Regelmäßigkeit:
- Hufe täglich reinigen
Hufe gründlich auskratzen und Schmutz sowie Feuchtigkeit entfernen.
- Überschüssiges Strahlhorn entfernen
Lockeres oder zersetztes Horn sollte fachgerecht durch eine:n Huforthopäd:in entfernt werden.
- Trockene Haltung sicherstellen
Saubere Einstreu, trockene Liegeflächen und möglichst matschfreie Ausläufe sind entscheidend.
- Bewegung fördern
Regelmäßige Bewegung verbessert die Durchblutung des Hufs und unterstützt die Heilung.
Leichte Fälle lassen sich bereits durch ein sauberes und ordentliches Beschneiden des Hufstrahls beseitigen. Da anaerobe Bakterien das Horn zersetzen, bekämpft man sie am einfachsten mit Sauerstoff – eine gute Belüftung ist daher sehr hilfreich.
Unterstützend kann man nach Rücksprache mit Hufbearbeiter:in und/oder Tierärzt:in mit Pflegemitteln arbeiten. In der täglichen Praxis hat es sich bewährt, tiefe Nischen nach der Reinigung und Trocknung mit speziellen Pflegepasten (z.B. auf Kupfer- oder Zinkbasis oder Heilerde) zu versorgen. Sinnvoll kann auch das Stopfen tiefer Furchen mit Schafswolle sein, die natürlicherweise antibakteriell und beruhigend wirkt. Ein mechanischer aber die Belüftung gewährleistender Verschluss kann sinnvoll gegen erneutes Eindringen von Dreck und Bakterien sein. Langes Behanghaar kann ebenfalls hinderlich für die Luftzufuhr der betroffenen Stellen sein – die Entfernung kommt der Heilung oft zugute.
Strahlfäule vorbeugen – so bleiben Hufe gesund
Die beste Therapie ist die Vorbeugung von Strahlfäule: Tägliche Hufkontrolle, regelmäßige korrekte Hufbearbeitung, saubere, trockene Stallbedingungen, ausreichend Bewegung und eine gute Belüftung des Strahls.
Fazit
Strahlfäule beim Pferd ist gut behandelbar, wenn frühzeitig gehandelt wird. Mit konsequenter Hufbearbeitung, passenden Haltungsbedingungen und regelmäßiger Bewegung lassen sich Rückfälle vermeiden. Vor allem aber sollte der Huf in seine physiologisch am besten funktionierende Form gebracht werden, in der jede Struktur die ihr zugedachte Aufgabe und Funktion erfüllen kann.
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